Ratgeber für Azubis
BU als Azubi: Warum sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung schon in der Ausbildung lohnt
Kurz gesagt: Als Azubi bist du gesetzlich kaum abgesichert, wenn du krank wirst und nicht mehr arbeiten kannst, denn eine Erwerbsminderungsrente gibt es in der Regel erst nach fünf Jahren Versicherungszeit. Ausnahmen gelten vor allem bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schließt diese Lücke und zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto einfacher sind die Gesundheitsfragen und desto niedriger ist meist der Beitrag.
Mit 17 oder 20 denkt kaum jemand daran, dass Rücken, Psyche oder ein Unfall einen aus dem Job werfen können. Dabei ist deine Arbeitskraft gerade das Wertvollste, was du hast: Sie soll dir noch über 40 Jahre lang ein Einkommen bringen. Hier erfährst du, warum die Ausbildung ein guter Zeitpunkt für eine BU ist und worauf du achten solltest.
Stand: Oktober 2026 · Von bom Capital, Finanz- und Versicherungsberatung für junge Leute aus Hannover
Was zahlt der Staat, wenn du als Azubi nicht mehr arbeiten kannst?
Ab deinem ersten Ausbildungstag zahlst du in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Eine Rente wegen Erwerbsminderung bekommst du von dort aber grundsätzlich erst, wenn du mindestens fünf Jahre versichert bist und in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hast. Für die meisten Azubis ist das noch gar nicht erfüllt.
Es gibt zwei wichtige Ausnahmen:
- Arbeitsunfall oder Berufskrankheit: Wirst du dadurch erwerbsgemindert, reicht schon ein Beitrag zur Rentenversicherung. Für diese Fälle springt zusätzlich die gesetzliche Unfallversicherung ein, über die jeder Azubi automatisch versichert ist. Sie gilt aber nur bei der Arbeit, auf dem Arbeitsweg und bei anerkannten Berufskrankheiten, nicht in der Freizeit.
- Kurz nach der Ausbildung: Wirst du innerhalb von sechs Jahren nach dem Ende von Schule oder Ausbildung voll erwerbsgemindert und hast in den letzten zwei Jahren mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge gezahlt, gilt die Wartezeit ebenfalls als erfüllt.
Der größere Haken: Die Rentenversicherung fragt nicht, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst, sondern ob du irgendeine Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffst. Volle Erwerbsminderung liegt erst vor, wenn du weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kannst. Schaffst du drei bis unter sechs Stunden, gibt es nur die halbe Rente. Kannst du sechs Stunden täglich irgendeinen Job machen, bekommst du nichts. Einen Berufsschutz gibt es nur noch für Menschen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind.
Heißt konkret: Kannst du nach einem Bandscheibenvorfall nicht mehr als Elektronikerin oder Pflegekraft arbeiten, wärst aber noch fit für einen Bürojob, zahlt dir der Staat keine Rente.
Was macht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine BU zahlt dir eine vereinbarte monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Als Azubi wird dabei in vielen Tarifen auf deine Ausbildung bzw. deinen Ausbildungsberuf geschaut. Egal ist, warum es passiert: Krankheit, psychische Probleme oder ein Unfall in der Freizeit sind genauso abgedeckt wie ein Unfall im Betrieb.
Das Geld läuft bis zum vereinbarten Endalter, idealerweise bis zum Rentenbeginn. Damit kannst du Miete, Handy, Auto und deine weitere Vorsorge bezahlen, auch wenn dein Lohn wegfällt.
Warum jung abschließen günstiger und einfacher ist
- Weniger in der Krankenakte. Vor dem Abschluss beantwortest du Gesundheitsfragen. Meist wird nach ambulanten Behandlungen der letzten fünf Jahre und nach Klinikaufenthalten der letzten zehn Jahre gefragt. Mit 18 oder 20 steht da in der Regel viel weniger drin als mit 30. Jede neue Diagnose kann später zu Risikozuschlägen, Ausschlüssen oder einer Ablehnung führen.
- Niedrigeres Eintrittsalter. Der Beitrag richtet sich unter anderem nach deinem Alter bei Vertragsbeginn. Wer jung einsteigt, zahlt meist weniger und hat den günstigen Einstieg für die ganze Laufzeit gesichert.
- Gute Einstufung beim Beruf. Versicherer teilen Berufe in Risikogruppen ein. Wer schon in Schule, Ausbildung oder Studium abschließt, bekommt oft eine vorteilhafte Einstufung, die auch bei einem späteren Berufswechsel bestehen bleibt.
- Psychische Diagnosen nicht unterschätzen. Nach einer ambulanten Psychotherapie verlangen Versicherer oft, dass sie drei oder fünf Jahre zurückliegt, bevor sie dich normal versichern. Das betrifft gerade junge Leute häufig.
Worauf du beim Vertrag achten solltest
- Verzicht auf abstrakte Verweisung. Der Versicherer darf dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest. Er prüft nur deinen Beruf. Ohne diese Klausel ist eine BU kaum etwas wert.
- Nachversicherungsgarantie. Als Azubi verdienst du noch wenig, deshalb ist auch die versicherbare Rente begrenzt. Mit einer Nachversicherungsgarantie kannst du sie bei Anlässen wie dem Ende der Ausbildung, Heirat, Geburt eines Kindes oder Immobilienkauf erhöhen, ohne erneut Gesundheitsfragen zu beantworten.
- Dynamik. Durch Inflation verliert eine feste Rente über die Jahre an Wert. Mit einer Beitragsdynamik steigen Beitrag und Rente regelmäßig mit. Stiftung Warentest empfiehlt mindestens 3 Prozent pro Jahr. Zusätzlich kann eine Rentensteigerung im Leistungsfall sinnvoll sein.
- Realistische Rentenhöhe. Als Richtwert gelten etwa 80 Prozent deines Nettoeinkommens. Für Azubis begrenzen Versicherer die Rente oft auf 1.500 oder 2.000 Euro im Monat. Sichere dir möglichst viel davon und stocke später über die Nachversicherung auf.
- Laufzeit bis zur Rente. Der Schutz sollte möglichst bis 67 laufen. Ein früheres Vertragsende spart Beitrag, lässt dich aber genau dann allein, wenn das Risiko am höchsten ist.
Schüler- und Azubi-Tarife: Was steckt dahinter?
Einige Versicherer bieten Einsteigertarife an, oft auch Starterpolice genannt. Die Beiträge sind am Anfang niedriger und steigen später, teils jedes Jahr mit dem Alter, teils in einem Schritt nach fünf oder zehn Jahren. Das kann passen, wenn dein Budget in der Ausbildung knapp ist und dein Einkommen danach steigt.
Wichtig dabei:
- Lass dir vorrechnen, was dich der Einsteigertarif über die gesamte Laufzeit kostet, im Vergleich zu einem normalen Tarif.
- Achte darauf, dass du später ohne neue Gesundheitsprüfung in den Normaltarif wechseln kannst.
- Die Bedingungen sollten genauso gut sein wie im normalen Tarif, also mit Verzicht auf abstrakte Verweisung und Nachversicherungsgarantie.
Manche Arbeitgeber bieten außerdem Gruppenverträge über den Betrieb an, teils mit vereinfachten Gesundheitsfragen. Frag ruhig in der Personalabteilung nach. Klappt eine BU aus gesundheitlichen Gründen gar nicht, kann eine Grundfähigkeitsversicherung eine Alternative sein.
Typische Fehler bei den Gesundheitsfragen
Die Gesundheitsfragen sind der wichtigste Teil des Antrags. Beantwortest du sie falsch oder unvollständig, kann der Versicherer wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vom Vertrag zurücktreten. Im schlimmsten Fall hast du jahrelang Beiträge gezahlt und bekommst im Ernstfall nichts. Diese Rechte hat der Versicherer in der Regel fünf Jahre nach Vertragsschluss, bei vorsätzlich oder arglistig falschen Angaben zehn Jahre, und tritt der Leistungsfall innerhalb dieser Zeit ein, auch darüber hinaus.
- Aus dem Gedächtnis antworten. Wer weiß schon noch, wann er vor vier Jahren beim Orthopäden war? Hol dir besser eine Übersicht von deiner Krankenkasse und frag bei deinen Ärzten nach.
- „Kleinigkeiten“ weglassen. Rückenschmerzen mit Physiotherapie, Gespräche beim Psychologen, Allergien oder eine Krankschreibung wegen Erschöpfung gehören in den Antrag, wenn danach gefragt wird.
- Einfach drauflos beantragen. Wirst du abgelehnt, musst du das bei späteren Anträgen oft angeben. Mit Vorerkrankungen ist deshalb erst eine anonyme Risikovoranfrage der bessere Weg.
- Den Antrag nicht selbst prüfen. Auch wenn dir jemand beim Ausfüllen hilft: Lies jede Antwort vor der Unterschrift selbst durch. Verantwortlich für die Angaben bist du.
So hilft dir bom Capital
Als Versicherungsmakler arbeiten wir nicht für einen einzelnen Versicherer, sondern vergleichen für dich Tarife verschiedener Anbieter. Gemeinsam klären wir, welche Rentenhöhe zu dir passt, welche Bedingungen wichtig sind und ob ein Einsteigertarif für dich Sinn ergibt.
Hast du Vorerkrankungen oder bist du unsicher, stellen wir über unser Maklerbüro eine anonyme Risikovoranfrage: Wir schicken deine Gesundheitsangaben ohne deinen Namen und deine Anschrift an mehrere Versicherer und fragen, ob und zu welchen Bedingungen sie dich versichern würden. Erst wenn du ein passendes Ergebnis hast, stellst du einen echten Antrag. Beim Zusammentragen deiner Gesundheitsdaten helfen wir dir.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. BOM Capital GmbH ist Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO.
Alles zu Leistungen, Bedingungen und Alternativen findest du auf unserer Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Häufige Fragen
Brauche ich als Azubi wirklich eine BU?
Wie hoch sollte meine BU-Rente als Azubi sein?
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?
Was passiert, wenn ich bei den Gesundheitsfragen etwas vergesse?
Rückruf
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Du willst dich schon in der Ausbildung absichern oder bist unsicher wegen Vorerkrankungen? Wir schauen uns deine Situation mit dir an, vergleichen Tarife verschiedener Versicherer und stellen bei Bedarf eine anonyme Risikovoranfrage. Hinterlass deine Nummer, wir melden uns innerhalb eines Werktags. Kostenlos und ohne Fachchinesisch, digital oder bei uns in der Seligmannallee 4 in Hannover.
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Allgemeine Information, keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. BOM Capital GmbH, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach §34d Abs. 1 GewO, Finanzanlagenvermittler nach §34f Abs. 1 GewO. Angaben nach Impressum und Erstinformation auf bomcapital.de.