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Ratgeber für Azubis und Berufsstarter

Erste eigene Wohnung: Welche Versicherungen du jetzt brauchst

Kurz gesagt: Für deine erste eigene Wohnung brauchst du vor allem eine eigene Privathaftpflicht, sobald dich der Vertrag deiner Eltern nicht mehr mitversichert, und sie sollte auch Schäden an der Mietwohnung abdecken. Eine Hausratversicherung lohnt sich, wenn du deine Sachen nach einem Brand, Wasserschaden oder Einbruch nicht einfach aus eigener Tasche ersetzen könntest. Eine Glasversicherung brauchst du als Mieter meist nicht. Beim Umzug selbst solltest du außerdem Meldeamt, Strom, Internet und Rundfunkbeitrag im Blick haben.
Endlich eigene Schlüssel, eigene Regeln, eigene Küche. Zwischen Umzugskartons und Möbelaufbau gehen Versicherungen schnell unter. Dabei reichen ein umgekippter Wasserkocher oder ein Wasserschaden in der Wohnung unter dir, und es wird richtig teuer. Hier erfährst du, was du wirklich brauchst und was du dir sparen kannst.
Stand: Oktober 2026 · Von bom Capital, Finanz- und Versicherungsberatung für junge Leute aus Hannover

Privathaftpflicht: Wann du eine eigene brauchst

Die Privathaftpflicht zahlt, wenn du anderen aus Versehen einen Schaden zufügst, und wehrt unberechtigte Forderungen gegen dich ab. Die Verbraucherzentrale nennt sie ein absolutes Muss für alle. Ohne Versicherung zahlst du solche Schäden selbst, und bei Personenschäden kann das schnell existenzbedrohend werden.
Solange du ledig bist und in deiner ersten Ausbildung steckst, bist du oft noch über den Familienvertrag deiner Eltern mitversichert. Viele Verträge enden aber mit dem Abschluss der ersten Ausbildung, manche schon mit dem Auszug. Gute Tarife schützen Kinder auch noch bis zu einem Jahr nach der Ausbildung und in Wartezeiten, etwa zwischen Schule und Ausbildungsbeginn. Wie es bei dir aussieht, steht in den Bedingungen deiner Eltern. Frag lieber einmal nach, als später ohne Schutz dazustehen.
Spätestens wenn du ausgelernt hast und arbeitest, brauchst du meist einen eigenen Vertrag. Darauf solltest du achten:
  • Deckungssumme: pauschal mindestens 10 Millionen Euro für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, besser 50 oder 100 Millionen Euro. Der Aufpreis dafür ist laut Verbraucherzentrale gering.
  • Schlüsselverlust: Gute Tarife zahlen, wenn du fremde Schlüssel verlierst, zum Beispiel den deiner Mietwohnung oder den von der Arbeit.
  • Forderungsausfall: Schädigt dich jemand, der selbst keine Haftpflicht hat und nicht zahlen kann, springt dein eigener Vertrag ein.

Mietsachschäden: Wenn in der Wohnung etwas kaputtgeht

Als Mieter haftest du für Schäden, die du an der Wohnung selbst verursachst: das Waschbecken, in das die Parfümflasche fällt, der Brandfleck im Laminat oder die Tür, die nach der Party nicht mehr schließt. Das nennt man Mietsachschaden. Achte darauf, dass dein Haftpflichttarif Schäden an gemieteten Räumen mit einer ordentlichen Summe abdeckt. Die Verbraucherzentrale nennt mindestens 500.000 Euro als Grundschutz.
  • Normale Abnutzung musst du nicht bezahlen. Was beim vertragsgemäßen Wohnen ganz normal passiert, etwa Gebrauchsspuren am Boden, geht nach dem Gesetz nicht auf deine Kosten.
  • Glasschäden, zum Beispiel an Fensterscheiben, sind in der Privathaftpflicht oft nicht mitversichert. Wer dafür zahlt, steht in deinem Mietvertrag und in den Bedingungen.
  • Schäden an deinen eigenen Sachen zahlt die Haftpflicht nie. Dafür ist die Hausratversicherung da.

Hausratversicherung: Was versichert ist und wie viel

Die Hausratversicherung ersetzt deine eigenen Sachen, also Möbel, Kleidung, Laptop und Küchengeräte, wenn sie durch Brand, Blitzschlag, Leitungswasser, Sturm und Hagel, Einbruch oder Raub zerstört oder gestohlen werden. Gezahlt wird, was es kostet, die Sachen neu zu kaufen. Schäden durch Überschwemmung nach Starkregen sind meist nur mit einer Erweiterung versichert.
Ob du sie brauchst, hängt davon ab, was du besitzt. Frag dich: Könntest du nach einem Brand alles aus eigener Tasche neu kaufen? Wenn nicht, ist eine Hausrat sinnvoll. Wohnst du sehr sparsam eingerichtet, etwa im möblierten WG-Zimmer, ist sie laut Verbraucherzentrale Hamburg in der Regel wenig sinnvoll. Die Hausrat deiner Eltern hilft dir übrigens meist nur, solange deine Sachen vorübergehend außer Haus sind (Außenversicherung). Für einen eigenen Haushalt reicht das in der Regel nicht.
  • Versicherungssumme: Sie soll dem Neuwert all deiner Sachen entsprechen. Viele Versicherer rechnen pauschal mit 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, bei 40 Quadratmetern wären das 26.000 Euro. Rechne trotzdem einmal grob nach, was du alles neu kaufen müsstest.
  • Unterversicherungsverzicht: Ist deine Summe zu niedrig, darf der Versicherer sonst auch kleinere Schäden anteilig kürzen. Mit Verzicht zahlt er bis zur vereinbarten Summe ohne Kürzung. Stiftung Warentest empfiehlt, ihn zu vereinbaren.
  • Grobe Fahrlässigkeit: Achte darauf, dass sie mitversichert ist. Sonst kann der Versicherer kürzen, wenn zum Beispiel die Waschmaschine unbeaufsichtigt läuft und ausläuft. Stiftung Warentest bewertet Tarife ohne diesen Schutz als mangelhaft.

Fahrrad, Glas und Co.: Was du brauchst und was nicht

Dein Fahrrad gehört zum Hausrat. Gegen Diebstahl ist es aber oft nur mit einem Zusatzbaustein versichert, und meist muss es abgeschlossen sein. Steht dein Rad nachts draußen, achte auf den sogenannten Nachtschutz. Eine separate Fahrradversicherung ist laut Verbraucherzentrale Hamburg in den meisten Fällen überflüssig. Bei einem teuren E-Bike kann sie sich laut Stiftung Warentest lohnen.
Diese Versicherungen kannst du dir als Berufsstarter in der Regel sparen:
  • Glasversicherung: Ein Glasbruch ist laut Verbraucherzentrale Hamburg in der Regel finanziell zu verkraften. Eine Ausnahme kann sein, wenn deine Wohnung ungewöhnlich große Glasflächen hat.
  • Geräte- und Elektronikversicherung: Ein kaputtes Handy ist ärgerlich, ruiniert dich aber nicht. Die Verbraucherzentrale Hamburg hält solche Policen für überflüssig.
  • Reisegepäckversicherung: Auch sie stuft die Verbraucherzentrale Hamburg als überflüssig ein. Bei Flügen haftet in der Regel die Fluggesellschaft.
Die Faustregel: Versichere, was dich finanziell ruinieren könnte, nicht jeden kleinen Ärger.

Wohnst du in einer WG?

  • Haftpflicht: Jeder braucht seine eigene. Mitbewohner sind nicht über deinen Vertrag versichert, nur Ehe- oder Lebenspartner können sich einen Vertrag teilen. Bei unverheirateten Paaren sollte der Partner im Vertrag stehen. Der Vorteil: Kippst du Kaffee über den Laptop deiner Mitbewohnerin, ist das ein ganz normaler Haftpflichtschaden.
  • Hausrat: Entweder versichert jeder seine eigenen Sachen, oder ihr schließt einen gemeinsamen Vertrag ab. Manche Versicherer haben dafür WG-Tarife. Dann sollte klar sein, wer Vertragspartner ist und wie ihr die Kosten aufteilt.
  • Mietvertrag: Seid ihr alle Hauptmieter, haftet ihr gemeinsam für Miete und Schäden. Gibt es einen Hauptmieter mit Untermietern, haftet er gegenüber dem Vermieter für alles.
  • Rundfunkbeitrag: Pro Wohnung wird nur ein Beitrag fällig. Eine Person meldet die Wohnung an, den Betrag teilt ihr untereinander.

Umzugs-Checkliste: Kaution, Strom, Internet und Co.

  • Ummelden: Innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug musst du dich beim Bürgeramt anmelden. Dafür brauchst du die Wohnungsgeberbestätigung von deinem Vermieter.
  • Strom: Notiere und fotografiere beim Einzug den Zählerstand. Schließt du keinen eigenen Vertrag ab, beliefert dich erst einmal der örtliche Grundversorger. Ein Vergleich lohnt sich.
  • Internet: Kümmere dich früh darum, die Freischaltung eines Anschlusses kann dauern.
  • Rundfunkbeitrag: Melde die Wohnung beim Beitragsservice an, falls dort noch niemand angemeldet ist. Bekommst du BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe, kannst du dich befreien lassen.
  • Versicherungen: Teile allen Versicherern deine neue Adresse mit und passe bei der Hausrat die Wohnfläche an. Frag bei deinen Eltern nach, ob du in ihren Verträgen noch mitversichert bist.
  • Kaution: Sie darf höchstens drei Monatsmieten ohne Nebenkosten betragen, und du darfst sie in drei Monatsraten zahlen. Statt Geld akzeptieren manche Vermieter auch eine Bürgschaft, etwa von einer Bank oder als Mietkautionsbürgschaft eines Versicherers. Dafür zahlst du regelmäßig eine Gebühr, die du nicht zurückbekommst, dein Erspartes bleibt dafür frei. Welche Lösung besser passt, hängt von deiner Situation ab.

So hilft dir bom Capital

Als Versicherungsmakler sind wir an keinen Versicherer gebunden. Wir prüfen mit dir, ob dich die Verträge deiner Eltern noch schützen und ab wann du eigene brauchst. Wir rechnen deine Versicherungssumme für den Hausrat aus und vergleichen Tarife verschiedener Versicherer, mit Blick auf Mietsachschäden, grobe Fahrlässigkeit und dein Fahrrad. Wohnst du in einer WG, finden wir eine Lösung, die zu euch passt. Und wir sagen dir ehrlich, was du nicht brauchst.
Die Beratung ist kostenlos, digital oder bei uns in Hannover. Ruf uns an unter 0511 87988345 oder hinterlass unten deine Nummer, wir melden uns.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. BOM Capital GmbH ist Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO.
Mehr zu Leistungen und Tarifen findest du auf unseren Seiten zur Privathaftpflicht und zur Hausratversicherung.

Häufige Fragen

Bin ich über meine Eltern noch haftpflichtversichert, wenn ich ausziehe?
Brauche ich für meine erste Wohnung eine Hausratversicherung?
Wie hoch sollte die Versicherungssumme meiner Hausrat sein?
Braucht in der WG jeder eine eigene Haftpflicht?
Ist eine Glasversicherung für Mieter sinnvoll?
Rückruf

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Du ziehst bald aus oder wohnst schon in deiner ersten eigenen Wohnung? Wir prüfen mit dir, was über deine Eltern noch läuft, was du wirklich brauchst und was du dir sparen kannst. Hinterlass deine Nummer, wir melden uns innerhalb eines Werktags. Kostenlos und ohne Fachchinesisch, digital oder bei uns in der Seligmannallee 4 in Hannover.

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