Ratgeber für Berufseinsteiger
Notgroschen und Budget im ersten Job: So startest du mit Polster
Kurz gesagt: Bevor du Geld anlegst oder Verträge für die Vorsorge abschließt, brauchst du einen Notgroschen. Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel zwei bis drei Netto-Monatsgehälter auf einem separaten Konto, auf das du jederzeit zugreifen kannst, etwa einem Tagesgeldkonto. Ein einfaches Budget, zum Beispiel nach der 50/30/20-Faustregel, hilft dir, regelmäßig etwas zurückzulegen. Danach kommen die wichtigsten Versicherungen und erst dann die Vorsorge.
Das erste richtige Gehalt fühlt sich gut an, bis die Waschmaschine streikt oder die Nebenkostenabrechnung kommt. Mit einem Notgroschen bringt dich so etwas nicht aus dem Takt. Hier erfährst du, wie viel du brauchst, wo du das Geld parkst und wie du mit einem einfachen Budget dahin kommst.
Stand: Oktober 2026 · Von bom Capital, Finanz- und Versicherungsberatung für junge Leute aus Hannover
Warum der Notgroschen vor allem anderen kommt
Ein Notgroschen ist Geld, das nur für Unvorhergesehenes da ist: eine kaputte Brille, eine Autoreparatur, eine Nachzahlung oder die Kaution beim Umzug. Ohne Puffer landest du in solchen Fällen schnell im Dispo oder bei einem teuren Kredit. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass du mit einer ausreichend hohen Reserve Kontoüberziehungen und teure Kredite vermeiden kannst.
Außerdem schützt dich der Notgroschen davor, einen Sparvertrag oder deine Altersvorsorge in einem Engpass kündigen oder ruhen lassen zu müssen. Wer langfristig spart, braucht kurzfristig Luft.
Wie groß sollte dein Notgroschen sein?
Als Faustregel nennt die Verbraucherzentrale zwei bis drei Netto-Monatsgehälter. Das ist ein Richtwert, kein Muss: Wie viel für dich passt, hängt von deiner Situation ab. Wer allein wohnt, ein Auto hat oder noch in der Probezeit ist, fühlt sich mit etwas mehr oft wohler. Wer noch bei den Eltern wohnt, kommt anfangs vielleicht mit weniger aus.
Wichtig ist der Anfang, nicht die perfekte Summe. So kommst du hin:
- Dauerauftrag einrichten. Überweise direkt nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag auf dein Notgroschen-Konto.
- Klein anfangen. Auch ein kleiner fester Betrag bringt dich Monat für Monat näher ans Ziel.
- Wieder auffüllen. Hast du Geld aus dem Notgroschen gebraucht, füll ihn nach und nach wieder auf.
Wo du deinen Notgroschen parkst
Der Notgroschen muss jederzeit verfügbar sein und darf nicht im Wert schwanken. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dafür ein separates Konto, zum Beispiel ein Tagesgeldkonto. Dort kommst du ohne Kündigungsfrist an dein Geld, und es liegt getrennt von deinem Girokonto, sodass du es nicht aus Versehen im Alltag ausgibst.
- Einlagensicherung: Pro Bank sind 100.000 Euro je Person gesetzlich abgesichert. Die Verbraucherzentrale rät zu Banken, die der deutschen Einlagensicherung angehören.
- Zinsen ändern sich: Die Zinsen auf Tagesgeld können sich schnell ändern, zum Beispiel nach einem Aktionszeitraum. Für den Notgroschen zählt vor allem, dass das Geld sicher und verfügbar ist.
- Nichts, was schwankt: Geld, das du kurzfristig brauchen könntest, gehört nicht in Anlagen, deren Wert schwankt, etwa Aktien oder Fonds.
Dein Budget: einfach mit der 50/30/20-Faustregel
Damit am Monatsende überhaupt etwas übrig bleibt, hilft ein einfaches Budget. Eine bekannte Faustformel ist die 50/30/20-Regel. Sie teilt dein Nettoeinkommen in drei Töpfe:
- 50 Prozent für Notwendiges: Miete, Strom, Lebensmittel, Handy und Versicherungen.
- 30 Prozent für Wünsche: Ausgehen, Streaming, Kleidung und Hobbys.
- 20 Prozent zum Sparen: zuerst für den Notgroschen, später auch für deine Vorsorge.
Sieh die Regel als grobe Orientierung, nicht als starren Grundsatz. So sieht es auch eine Finanzexpertin der Verbraucherzentrale NRW. Gerade in teuren Städten geht allein für die Miete schnell ein großer Teil drauf. Dann passt du die Töpfe an deine Lage an.
Den Überblick bekommst du mit einem Haushaltsbuch, das auch die Verbraucherzentrale empfiehlt: Schreib eine Zeit lang alle Ausgaben auf, trenne feste Kosten wie Miete von variablen wie Essen und Freizeit, und rechne jährliche Kosten wie Versicherungsbeiträge auf den Monat um. Ob im Heft, in einer Tabelle oder in einer App, ist egal.
Die richtige Reihenfolge: Notgroschen, Versicherungen, Vorsorge
Bevor du Geld langfristig anlegst, solltest du laut Verbraucherzentrale deinen Versicherungsschutz und deine Reserve für Unvorhergesehenes geklärt haben. Und hast du Schulden, etwa im Dispo, lohnt es sich meist, die zuerst zurückzuzahlen. Für deinen Start ins Berufsleben heißt das:
- Notgroschen aufbauen. Fang sofort an, auch mit kleinen Beträgen.
- Wichtige Versicherungen klären. Ganz oben stehen die Privathaftpflicht und die Absicherung deiner Arbeitskraft. Eine Privathaftpflicht musst du nicht aufschieben, bis der Notgroschen voll ist, beides läuft gut parallel. Welche Versicherungen du wirklich brauchst, zeigt dir unser Ratgeber Versicherungen mit 18. Mehr zu den Einzelthemen: Privathaftpflicht und BU als Azubi.
- Vorsorge starten. Steht dein Polster, kümmerst du dich um die Altersvorsorge. Frag zuerst deinen Arbeitgeber: Viele zahlen vermögenswirksame Leistungen zusätzlich zum Gehalt, und bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es meist einen Zuschuss. Mehr dazu in VWL erklärt und in unserem Ratgeber zum ersten Gehalt.
Ein Tipp zu den VWL: Weil dein Arbeitgeber sie zusätzlich zum Gehalt zahlt, lohnt es sich, sie schon früh zu beantragen, auch wenn dein Notgroschen noch nicht ganz voll ist.
Typische Fehler
- Den Notgroschen auf dem Girokonto lassen. Dann verschwindet er schnell im Alltag.
- Warten, bis mehr übrig ist. Meist bleibt dann nie etwas übrig. Spar lieber zuerst, per Dauerauftrag am Gehaltstag.
- Den Dispo als Reserve nutzen. Dispozinsen machen jeden Engpass teurer.
- Den Notgroschen anlegen, um mehr herauszuholen. Geld für Notfälle muss sicher und sofort verfügbar sein.
- Alles auf einmal wollen. Notgroschen, Versicherungen, Vorsorge: Ein Schritt nach dem anderen reicht.
So helfen wir dir
Wir schauen mit dir auf deine Einnahmen und Ausgaben, klären, welche Versicherungen du wirklich brauchst, und zeigen dir, welche Vorsorge zu dir passt, wenn dein Polster steht. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich, online oder bei uns in Hannover.
Mehr zum Thema: Dein erstes Gehalt, Versicherungen mit 18, Privathaftpflicht, BU als Azubi, VWL erklärt, Versicherungs‒Check und alle Artikel im Ratgeber.
Quellen: Verbraucherzentrale: Effektiv sparen, auch mit kleinem Budget, Verbraucherzentrale: Geldanlage und Altersvorsorge (Stand 21.01.2026), Verbraucherzentrale: Sparen und Notgroschen (12.02.2026), Verbraucherzentrale Niedersachsen: Tagesgeldkonto einfach erklärt (Stand 17.04.2025), Verbraucherzentrale: Haushaltsbuch führen (Stand 06.08.2026), ZDFheute: Finanzen und Sparen, mit Routine ins Budgetjahr (50‒30‒20‒Regel, Einschätzung Verbraucherzentrale NRW) (07.01.2026).
Stand: Oktober 2026
Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. BOM Capital GmbH ist Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO.
Welche Absicherung und Vorsorge es bei uns gibt, findest du in unserer Angebotsübersicht.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?
Wo sollte ich meinen Notgroschen parken?
Was ist die 50/30/20-Regel?
Erst Notgroschen oder erst Altersvorsorge?
Rückruf
Dein Geld-Start-Check: Wir rufen dich zurück.
Du willst endlich ein Polster aufbauen und wissen, was danach kommt? Wir schauen mit dir auf dein Budget, klären, welche Versicherungen du wirklich brauchst, und erklären dir die nächsten Schritte. Hinterlass deine Nummer, wir melden uns in der Regel innerhalb eines Werktags. Kostenlos und unverbindlich, online oder bei uns in der Seligmannallee 4 in Hannover.
- Persönlicher Ansprechpartner aus Hannover
- Beratung kostenlos, kein Verkaufsdruck
- Speziell für Azubis und Berufseinsteiger
Allgemeine Information, keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. BOM Capital GmbH ist Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO, registriert bei der IHK Hannover. Angaben nach Impressum und Erstinformation auf bomcapital.de.