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Ratgeber für junge Leute

Private Unfallversicherung mit 18 bis 30: Sinnvoll oder nicht?

Kurz gesagt: Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dich nur bei der Arbeit, in Ausbildung, Schule oder Hochschule und auf dem direkten Weg dorthin, nicht in der Freizeit. Eine private Unfallversicherung zahlt bei dauerhaften Unfallfolgen auch nach Freizeitunfällen einen Betrag, der sich nach dem Grad der Invalidität richtet. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzt sie aber nicht, denn laut Verbraucherzentrale entstehen mehr als 90 Prozent der Berufsunfähigkeiten durch Krankheit. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn du keine BU bekommst oder ein hohes Unfallrisiko hast.
Beim Fußball umgeknickt, mit dem Rad gestürzt, beim Klettern abgerutscht: Passiert das in deiner Freizeit, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Hier erfährst du, was eine private Unfallversicherung leistet, wie die Gliedertaxe funktioniert und ob du sie mit 18 bis 30 wirklich brauchst.
Stand: Oktober 2026 · Von bom Capital, Finanz- und Versicherungsberatung für junge Leute aus Hannover

Was die gesetzliche Unfallversicherung abdeckt und was nicht

Als Beschäftigter bist du automatisch gesetzlich unfallversichert, auch als Azubi und unabhängig davon, wie viel du verdienst. Die Beiträge zahlt dein Arbeitgeber, für dich ist der Schutz kostenlos. Auch Schüler und Studierende sind in Schule und Hochschule versichert.
Versichert sind aber nur:
  • Arbeitsunfälle: Unfälle bei deiner versicherten Tätigkeit, also bei der Arbeit, in der Berufsschule oder an der Hochschule.
  • Wegeunfälle: Unfälle auf dem unmittelbaren Weg zur Arbeit und zurück. Machst du einen Umweg aus privaten Gründen, etwa zum Einkaufen, bist du in der Regel nicht versichert.
  • Berufskrankheiten, die in der Berufskrankheiten-Verordnung aufgeführt sind.
Nicht abgedeckt sind Freizeit, Sport, Haushalt, Urlaub und private Fahrten. Und auch nach einem Arbeitsunfall gibt es eine Rente erst, wenn deine Erwerbsfähigkeit über die 26. Woche hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist.

Was eine private Unfallversicherung leistet

Die private Unfallversicherung schützt dich auch in deiner Freizeit, also genau dort, wo der gesetzliche Schutz endet. Als Unfall gilt ein plötzlich von außen auf deinen Körper wirkendes Ereignis, durch das du unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidest. Dauerbelastungen beim Sport oder psychische Reaktionen wie ein Schock zählen nicht dazu. Den Unfall musst du nachweisen.
Kern des Vertrags ist die Invaliditätsleistung: Bleibt nach einem Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung, zahlt der Versicherer einen Einmalbetrag. Dauerhaft heißt laut Verbraucherzentrale: voraussichtlich länger als drei Jahre und ohne Aussicht auf Besserung. Wie viel Geld du bekommst, hängt von der vereinbarten Versicherungssumme und vom Grad der Invalidität ab.
Krankheiten sind nicht versichert. Haben Vorerkrankungen bei den Unfallfolgen mitgewirkt, kann der Versicherer die Leistung kürzen, laut Verbraucherzentrale zum Beispiel ab einem Mitwirkungsanteil von 25 Prozent.

Invaliditätsgrad und Gliedertaxe einfach erklärt

Für Verletzungen an Armen, Beinen, Händen und Sinnesorganen steht der Invaliditätsgrad in einer Tabelle, der Gliedertaxe. Sie legt fest, wie viel Prozent der Versicherungssumme du bekommst, wenn ein Körperteil verloren geht oder nicht mehr funktioniert. Die Verbraucherzentrale nennt diese Werte einer verbreiteten Gliedertaxe:
  • Arm im Schultergelenk: 70 Prozent
  • Bein bis zur Mitte des Oberschenkels: 60 Prozent
  • Hand im Handgelenk: 55 Prozent
  • Ein Auge: 50 Prozent
  • Gehör auf einem Ohr: 30 Prozent
  • Geruchssinn: 10 Prozent
Ein Beispiel der Verbraucherzentrale: Bei 300.000 Euro Versicherungssumme und dem Verlust eines Auges zahlt der Versicherer 150.000 Euro. Gute Tarife erkennen für bestimmte Verletzungen höhere Prozentwerte an als die Musterbedingungen der Versicherer.
Viele Tarife haben außerdem eine Progression: Bei schweren Verletzungen steigt die Leistung stärker als der Invaliditätsgrad. Mit 225 Prozent Progression werden bei 100.000 Euro Versicherungssumme aus 50 Prozent Invalidität zum Beispiel 112.500 Euro. Die Progression wirkt aber vor allem bei schweren Unfällen, und die meisten Unfälle sind nicht so schwer.
Achte auch auf die Fristen: Nach den Musterbedingungen (AUB 2020) muss die Invalidität innerhalb von 15 Monaten nach dem Unfall eingetreten, ärztlich festgestellt und geltend gemacht sein. Stiftung Warentest bewertet Tarife mit deutlich längeren Fristen besser.

Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung?

Hier liegt der wichtigste Punkt: Eine Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall. Laut Verbraucherzentrale entstehen aber mehr als 90 Prozent der Berufsunfähigkeiten durch Krankheit und nicht durch Unfälle.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst, egal ob wegen einer Krankheit oder eines Unfalls. Stiftung Warentest stellt klar: Eine Unfallversicherung kann eine BU nicht ersetzen, und für junge Leute hat die BU Priorität.
Die Unfallversicherung zahlt dagegen in der Regel einen Einmalbetrag. Der kann helfen, wenn du nach einem schweren Unfall zum Beispiel deine Wohnung umbauen musst. Dein laufendes Einkommen ersetzt er aber nicht dauerhaft.
Bekommst du keine BU, gibt es weitere Möglichkeiten, etwa eine Grundfähigkeitsversicherung. Was die Unterschiede sind, erklären wir in unserem Ratgeber BU oder Grundfähigkeit.

Für wen eine private Unfallversicherung sinnvoll ist

Die Verbraucherzentrale hält eine private Unfallversicherung vor allem in diesen Fällen für sinnvoll:
  • Du bekommst keine BU, zum Beispiel wegen Vorerkrankungen. Dann kannst du mit einer Unfallversicherung zumindest die Folgen schwerer Unfälle absichern.
  • Du hast ein hohes Unfallrisiko, etwa durch riskante Hobbys. Stiftung Warentest rät außerdem allen, die im Alltag viel mit dem Rad unterwegs sind, über den Schutz nachzudenken.
  • Du bist selbstständig und deshalb in der Regel nicht über einen Arbeitgeber gesetzlich unfallversichert.
Für Arbeitnehmer, die schon eine BU haben, ist eine Unfallversicherung laut Verbraucherzentrale weniger wichtig. Sie kann aber eine Ergänzung sein, wenn du nach einem schweren Unfall zusätzlich Geld für Umbauten oder Hilfen haben möchtest.
Wenn du abschließt, achte auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme. Als Faustformel nennt die Verbraucherzentrale für Berufstätige mit 30 Jahren das Sechsfache des Brutto-Jahreseinkommens. Zusatzbausteine wie Krankenhaustagegeld oder eine Unfallrente hält sie dagegen meist für entbehrlich. Verträge mit Beitragsrückgewähr sind laut Verbraucherzentrale oft überteuert: Halte Absicherung und Sparen besser getrennt.

Typische Fehler

  • Unfallversicherung statt BU abschließen. Die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen durch Krankheit, und dafür zahlt die Unfallversicherung nicht.
  • Den gesetzlichen Schutz überschätzen. In der Freizeit und auf privaten Umwegen bist du nicht gesetzlich unfallversichert.
  • Zu niedrige Versicherungssumme. Ein kleiner Betrag hilft nach einem schweren Unfall wenig.
  • Fristen verpassen. Melde einen Unfall schnell und lass dauerhafte Folgen rechtzeitig ärztlich feststellen.
  • Auf Extras setzen. Krankenhaustagegeld und Co. bringen wenig, entscheidend ist die Invaliditätsleistung.

So helfen wir dir

Wir schauen zuerst, ob für dich eine Berufsunfähigkeitsversicherung infrage kommt, und stellen bei Vorerkrankungen eine anonyme Risikovoranfrage. Passt eine Unfallversicherung zu dir, vergleichen wir als Versicherungsmakler Tarife verschiedener Anbieter und achten auf Gliedertaxe, Fristen und Versicherungssumme. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich, online oder bei uns in Hannover.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. BOM Capital GmbH ist Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO.
Alles zu Leistungen, Bedingungen und Bausteinen findest du auf unserer Seite zur Unfallversicherung.

Häufige Fragen

Bin ich in der Freizeit gesetzlich unfallversichert?
Was ist die Gliedertaxe?
Ersetzt eine Unfallversicherung die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Wann ist eine private Unfallversicherung sinnvoll?
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Du willst wissen, ob für dich eine BU, eine Unfallversicherung oder beides passt? Wir schauen auf deine Situation, stellen bei Vorerkrankungen eine anonyme Risikovoranfrage und vergleichen Tarife verschiedener Anbieter. Hinterlass deine Nummer, wir melden uns in der Regel innerhalb eines Werktags. Kostenlos und unverbindlich, online oder bei uns in der Seligmannallee 4 in Hannover.

  • Persönlicher Ansprechpartner aus Hannover
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Allgemeine Information, keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. BOM Capital GmbH ist Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO, registriert bei der IHK Hannover. Angaben nach Impressum und Erstinformation auf bomcapital.de.